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Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie

Samuel Hahnemann
1755 - 1843
Deutscher Arzt,
um 1800 Begründer der
Homöopathie.

Essay

Gedanken zur Herstellung homöopathischer Arzneien in der Apotheke


Samuel Hahnemanns letztgültige Form der Arzneizubereitung finden wir im Organon (6. Auflage) in § 271:

"Wenn der Arzt seine homöopathischen Arzneien selbst bereitet, wie er zur Menschen-Rettung aus Krankheiten, billig immer thun sollte, so kann er, weil dazu wenig roher Stoff nöthig ist, wenn er den ausgepreßten Saft zum Behufe der Heilung nicht etwa nöthig hat, die frische Pflanze selbst anzuwenden, indem er etwa ein Paar Gran davon in die Reibeschale thut, um sie mit dreimal 100 Gran Milchzucker zur millionfachen Verreibung zu bringen, ehe die weitere Potenzirung eines aufgelösten, kleinen Theiles der letztern, durch Schütteln vorgenommen wird; ein Verfahren, welches man auch mit den übrigen, rohen Arzneistoffen trockner und öliger Natur zu beobachten hat."

sowie in "Die chronischen Krankheiten".

Am Endpunkt seiner langjährigen Experimente entschied S. Hahnemann, alle Ausgangsstoffe grundsätzlich ohne weitere Vorbehandlung über die C3/Milchzucker-Verreibung zur weiteren flüssigen Potenzierung einzusetzen.
Die Leonardo-Apotheke hat über Jahre einen Mitarbeiter/innen-Stab aufgebaut, um die Logistik zu erarbeiten, die notwendig ist zur exakten Herstellung homöopathischer Arzneien.
Für die vorbereitenden Arbeiten in der Literatur verschiedener Autoren (S. Hahnemann, Clarke, Hering u.a.) sind diverse Botaniker aus dem norddeutschen Raum zuständig, die auch unsere Pflanzengrundstoffe beschaffen.
Der Diplom-Geologe Kaspar von Wuthenau ist weltweit für uns tätig, um die Elemente des Periodensystems und deren Verbindungen zu besorgen.
Der Tierpfleger Alexander Nolte ist unermüdlich behilflich bei der Beschaffung tierischen Ausgangsmaterials.
Der Schlangen- und Spinnenexperte Jens Haker berät uns auf dem umfangreichen Gebiet der Sekrete und Gifte.
Ohne diese ausgewiesenen Fachleute wäre unsere Arbeit in der Apotheke nicht machbar.
Für den Gesamtkomplex der Verreibungsarbeiten sind zuständig: Gabi Courth (pharmazeutisch-technische Assistentin und Heilpraktikerin) und Wolfgang Courth (Apotheker und Koordinator aller Aktivitäten).

Wir haben in langjähriger Arbeit eine Vielzahl von Verreibungen hergestellt. Die Bandbreite der Ausgangsstoffe erstreckt sich auf die unterschiedlichsten Materialien: Elemente des Periodensystems, Pflanzen, Milche, Schlangengifte, Spinnen, Vogelfedern, Meteorite, Fische.
Der Sinn unserer Verreibungen liegt ausschließlich in der Herstellung exakter Arzneien und keinesfalls darin, Arzneimittelprüfungen in den Vordergrund zu stellen. S. Hahnemann selbst hat die Herstellung von Arzneien strikt getrennt von den Arzneimittelprüfungen.
Zum Verreiben gehören die bestmöglichen Geräte (Mörser, Pistill, Spatel, jeweils aus Porzellan).
Extrem wichtig sind auch die hier nicht näher beschriebenen Reinigungsprozesse der Geräte nach den Verreibungen sowie der Ort, an dem verrieben wird: dafür haben wir eigens ein 40qm-großes Homöopathie-Laboratorium eingerichtet.
Eine kurze Randbemerkung: als Apotheke sind wir selbstverständlich verpflichtet, die gültigen gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten.

Wir verreiben grundsätzlich im Turnus 7+3, d. h. wir verreiben sieben Minuten, danach schaben wir drei Minuten von den Wandungen des Mörsers ab.

Im Folgenden einige Anmerkungen zum schwierigen Einstieg in die C1-Verreibung von Fest-Stoffen, hier am Beispiel von Diamant.
Der nun folgende Verreibe-Abschabe-Vorgang des gepulvert vorliegenden Diamanten im 7/3-Rhythmus erfordert in der ersten Stunde bis zum Erreichen der Endstufe C1 einen enormen Aufwand an Kraft, die in den insgesamt 42 Verreibungs-Minuten unvermindert aufgebracht werden muss.
Der Verreibende erlebt im Laufe der intensiven Bewegungsabläufe, wie das außerordentlich harte Material des Diamanten in dem Milchzucker-Diamant-Gemisch sich einer Verfeinerung in dem System Mörserwandung/ Pistillkuppe einerseits und Reibendem andererseits energisch widersetzt.
Wir erkennen, dass Sichbemühen alleine keineswegs ausreicht, um den Prozess vorwärtszutreiben. Es bedarf in der Tat eines starken Willens und der Fähigkeit, seinen Körper total einzusetzen, um in dieser ersten Stunde zum Ziel zu kommen.
Wir spüren die Körnung des harten Materials bei jeder Drehung, bei jedem Stampfen und Stoßen des Pistills, wir spüren die scheinbar unveränderliche Struktur des Diamanten: ein Gelingen scheint ausgeschlossen.
Jetzt geht es um das Überwinden innerer Widerstände des Verreibenden. Er muss sich in diesem hier beschriebenen Prozess total einbringen, alles um sich herum vergessen; Ich bin nur noch entfesselte Kraft, alles schmerzt, der Diamant sagt unerbittlich Nein zu meinem Wollen. Winzige Fortschritte sind nicht spürbar, ich horche hinein in den Mörser, ich erlebe mich als durchaus gescheitert. Das Scheitern will ich nicht hinnehmen, jetzt unbedingt weitermachen.
Wer nicht aufgibt, hat Aussicht auf beginnendes Einvernehmen mit dem Diamanten. Es scheint Erbarmen aufzukommen, eine stumme Zwiesprache gepaart mit Weichheit, nach und nach.
Es geht um eine Arznei - der Diamant scheint es zu ahnen.
Tatsächlich ist es ein gegenseitiges Ringen, der Prozess endet zunächst nach dieser Stunde, die entscheidende Hürde ist genommen.

Die folgenden beiden Stunden bis zur Endstufe der C3-Verreibung sind geprägt von Disziplin und konsequenter Hingabe an den Prozess des Dynamisierens.


Wie erleben wir nun die C1-Verreibung einer Vogelfeder, hier am Beispiel des Weißkopfseeadlers?
Grundsätzlich ist anzumerken, dass die homöopathische Bearbeitung des Ausgangsmaterials Vogelfeder außerordentlich energieintensiv ist.
Zunächst zerkleinere ich einige Federn mit dem Skalpell und gebe die so vorbereitete Substanz in den Mörser mit der Anfangsmenge Milchzucker (3,3gr.). Die Federn inklusive kleiner Kielstücke reibe ich vorsichtig an, um ein Davonstieben der Feder zu vermeiden; das wäre ja der letzte Versuch der Feder sich ihrem eigentlich Wesentlichen – dem Fluge – hinzugeben.
Es kommt zu einer Verklumpung aus Milchzucker und Federchen nebst Kiel, ein stiller Protest am Ende aller Leichtigkeit im Schweben.
Es folgt das Chaos im irdischen Gebundensein des Mörsers, ein beispielloser einstündiger Kraftakt, der nicht fliegen kann und es nie können wird und der Vogelfeder endende Leichtigkeit kommen sich nur langsam näher.
Auch hier benötigt der Verreibende all seine Energie um den Prozess des Dynamisierens vorwärts zu treiben.
Keine Frage – nach und nach bemächtigt sich der Verreibende des schwebenden Vogels, verwandelt ihn zu anderem unbekannten Sein: der Arznei.


Aus dem Pflanzenreich sei als Beispiel für die Auseinandersetzung zwischen Verreibendem und Pflanze genannt und beschrieben: Radix Chelidonii, die Wurzel des Schöllkrauts.
Vom Erdreich befreit und warm gewaschen wird der kräftige Wurzelstock mit dem Skalpell längs geteilt und feiner zerschnitten. Und schon quillt uns aus dem Zentrum des Schnitts ein dunkelgelber ins orangefarbene changierender Strom entgegen, der sogleich an Lava erinnert. Der Milchzucker nimmt dieses Gemenge von faseriger Wurzelmasse und quellender Flüssigkeit auf. Wie ein farbiger Schrei durchdringt die feurig gelbe zerspaltene Wurzel den Milchzucker unter den kräftigen Bewegungen des vom Verreibenden geführten Pistills.
Es entsteht zunächst ein feuchter farbiger Milchzucker-Wurzel-Brei, der im Laufe der Zeit immer feiner wird, seine Feuchtigkeit aber während der C1-Verreibung verliert. Nach einer Stunde erhalten wir ein trockenes, sehr feines zartgelbes Pulver.
Ich spüre ein tiefes Einvernehmen der Schöllkrautwurzel mit der Entwicklung zur Arznei, als hätte ich ihr Beistand geleistet auf dem Wege zur eigentlichen Bestimmung.

Im Folgenden noch einige Gedanken zur strittigen Frage der Mörsergröße.
S. Hahnemann hat deren Maße in seinen Werken nicht exakt definiert; aber aufgrund seiner häufig wiederkehrenden Beschreibungen der Dynamisierungsprozesse und der historischen Überlieferung von Temperament und Charakter S. Hahnemanns steht es für uns zweifelsfrei fest, dass es Porzellanmörser waren, die in seinen Händen Platz fanden: nur so kann es zu einer intensiven Kraftübertragung kommen, die letztendlich zur unverwechselbaren Entwicklung der jeweiligen Arznei führt.
Wir stellen fest, dass eine C3-Verreibung einen enormen energetischen Einsatz voraussetzt, den die Verreibenden aufbringen müssen.
Die Homöopathie basiert auf einem noch nicht wissenschaftlich beweisbaren Naturgesetz; daraus folgt, dass die Aufbereitung einer homöopathischen Arznei über eine C3-Verreibung grundsätzlich reproduzierbar sein muss, d.h. die exakte Verreibung ist die Voraussetzung für die Arznei, keinesfalls aber ein wie auch immer veranlagter Verreibender.
Wir lehnen daher alle Spekulationen ab, die gerade in den letzten Jahren zu erheblichen Verwirrungen geführt haben.
Der geniale S. Hahnemann hat intuitiv nach vielen Jahren des Beobachtens und Experimentierens ein Naturgesetz entdeckt, das bis heute in der Tat nicht beweisbar ist.
Hier setzt immer wieder die Kritik der Naturwissenschaften an. Die Loschmidt'sche Zahl als A und O der physikalischen Chemie fällt ihr Schwert über die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien in höheren Potenzen.
Die Folgen der totalitären naturwissenschaftlichen Weltordnung sind Effektivität und Materialismus einerseits, Arroganz und Überheblichkeit gegenüber statistisch nicht beweisbaren Systemen andererseits.

Wir sagen: der Mensch ist mehr als die Summe seiner Blutwerte!

Wir sagen auch: der Makrokosmos ist grenzenlos (unbeweisbar) makroskopisch, und der Mikrokosmos ist grenzenlos (unbeweisbar) mikroskopisch.

Die segensreichen Wirkungen homöopathischer Arzneien sind weltweit in der Praxis erlebbar.


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